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9.5 Fehlende Begründung in Ablehnungsbescheiden

Ein Bürger legte den Bescheid eines Rentenversicherungsträgers vor, mit dem Leistungen zur medizinischen Rehabilitation der Ehefrau abgelehnt worden waren. Bis auf die Anrede und das Antragsdatum enthielt dieser Bescheid keine auf den konkreten Fall bezogenen Angaben. Insbesondere ließ er nicht erkennen, aus welchen Gründen der Rententräger die Kur ablehnte. Es hieß lediglich, dass die persönlichen Voraussetzungen nach § 10 SGB XII nicht erfüllt seien, ohne dass mitgeteilt wurde, woraus sich das ergab.
 
Nach § 35 SGB X ist ein schriftlicher oder elektronischer Verwaltungsakt im Regelfall mit einer Begründung zu versehen. Einer Begründung bedarf es nach Abs. 2 Nr. 3 nicht, wenn die Behörde gleichartige Verwaltungsakte in größerer Zahl oder Verwaltungsakte mit Hilfe automatischer Einrichtungen erlässt und die Begründung nach den Umständen des Einzelfalles nicht geboten ist. Entscheidungen über individuelle Anträge auf medizinische oder berufliche Rehabilitationsmaßnahmen stellen jedoch Einzelfallentscheidungen dar und fallen daher nicht unter diese Vorschrift.
 
Die Bürgerbeauftragte führte hierzu Gespräche mit der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Nord. Diese teilte mit, dass man zurzeit überprüfe, ob in sämtliche Bescheide die maßgebliche Diagnose und das daraus resultierende Leistungsvermögen aufgenommen werden könnte. Eine grundlegende Abänderung von Form und Inhalt der Bescheide sei wegen der bundeseinheitlichen Gestaltung nur nach einer Übereinkunft sämtlicher Rentenversicherungsträger Deutschlands möglich.


Inhalt:

1. Vorwort
2. Tätigkeit im Jahr 2006 in Zahlen
2.1 Zahl der Petitionen 2004, 2005 und 2006
3. Kommunales
3.1 Vertragliche Regelungen nach dem Schuldrechtsanpassungsgesetz
3.2 Haftungsansprüche gegenüber einer Kommune
3.3 Regenwasser von der Straße läuft auf Grundstück
3.4 Mehr Sicherheit auf Schulweg
4. Justizangelegenheiten
4.1 Staatsanwalt antwortet nicht
4.2 Keine Verzinsung hinterlegter Gelder
5. Finanzpolitik
5.1 Verträge sind einzuhalten – auch durch Kommunen
5.2 Korrektur auf der Lohnsteuerkarte
6. Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz
6.1 Fischgeruch ist nicht immer appetitlich
6.2 Renaturierungsvorhaben
7. Bildung, Wissenschaft und Kultur
7.1 Nach 35 Jahren Schuldienst kein qualifiziertes Zeugnis
7.2 Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Rechenschwäche
7.3 Rundfunkgebührenbefreiung für Studenten
8. Verkehr, Bau und Landesentwicklung
8.1 Antwortfrist von fast einem Jahr ist zu lang
9. Gesundheit und Soziales
9.1 Zwei Jahre SGB II
9.2 Lehrgangskosten erst nach Bedarfsnachweis
9.3 Ermessensausübung durch ARGE
9.4 Zu lange Verfahrensdauer bei der Schwerbehindertenanerkennung
9.5 Fehlende Begründung in Ablehnungsbescheiden
9.6 Gesundheitsfachberufe benötigen eine dreijährige finanzielle Förderung
9.7 Medikamentenversorgung in Pflegeheimen
9.8 Pflegegeld und ALG II
10. Zusammenarbeit mit anderen Stellen
10.1 Tagung der Bürgerbeauftragten
10.2 Treffen der Behindertenbeauftragten und -beiräte der Länder und der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation
10.3 Landesbehindertengleichstellungsgesetz
10.4 Treffen der kommunalen Behindertenbeauftragten und der Vorsitzenden der Behindertenbeiräte
10.5 Neunter Landeskunstwettbewerb für Menschen mit Behinderung und chronisch kranke Menschen
11. Legislativpetitionen
11.1 Landesgesetze
11.2 Bundesgesetze