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3.4 Probleme mit Verdienstnachweisen

Zur Berechnung des Rentenanspruchs fordern die jeweiligen Rentenversicherungsträger vom Antragsteller den Nachweis über das in den Arbeitsjahren tatsächlich erzielte Bruttoeinkommen. Das führt bei einigen Bürgern zu großen Problemen, wenn Verdienstnachweise aus lange Jahre zurückliegenden Beschäftigungsverhältnissen benötigt werden. Hinzu kommt, daß Betriebe und Betriebsteile nach der Wende stillgelegt oder umgewandelt wurden und die Nachfolger zum großen Teil nicht mehr bekannt sind. In ihrer Not wandten sich viele ältere Bürger aus Mecklenburg-Vorpommern, aber auch aus anderen Bundesländern, an den Bürgerbeauftragten und ersuchten ihn um Hilfe zur Erlangung der dringend benötigten Verdienstnachweise. Durch immense Kleinarbeit, oft monatelangen Schriftverkehr mit Betrieben, Nachfolgeeinrichtungen und Archiven gelang es dennoch zu 99 % den Anliegen der Petenten zu entsprechen und so zu einem höheren Rentenanspruch für diese Bürger beizutragen.

Auf diese Weise konnte u. a. auch einer Invalidenrentnerin geholfen werden. Sie hatte in den Jahren 1953 im Altbundesgebiet sowie von 1963 bis 1965 in der Schweiz gearbeitet und war dann in die DDR zurückgekommen. Über diese Beschäftigungszeiten besaß sie jedoch keinerlei Verdienstnachweise, die von der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte zur Berechnung der Regelaltersrente benötigt wurden. Ein umfangreicher Schriftverkehr des Bürgerbeauftragten mit den zuständigen Institutionen im Altbundesgebiet und in der Schweiz bewirkte letztendlich, daß der Petentin die fehlenden Versicherungszeiten bestätigt werden konnten. Die Petentin erhält nun eine höhere Rente.


Inhalt:

1. Vorwort
2. Sprechtage des Bürgerbeauftragten, mündliche und schriftliche Eingaben
3. Besondere Themen
3.1 Berufliche Rehabilitierung und die unerwarteten Folgen
3.2 Sieben Jahre Arbeitslager in Sibirien, trotzdem keine Haftentschädigung
3.3 Probleme der Bürger, eigene Rechte wahrzunehmen
3.4 Probleme mit Verdienstnachweisen
3.5 Probleme mit dem örtlichen Schulträger
3.6 Weiter Ärger mit den Gebühren
3.7 Zur Handhabung des Baugesetzbuches
3.8 Auszeichnung für die bürgerfreundlichste Verwaltungsentscheidung 1996
3.9 Dringende Telefonanschlüsse
3.10 Bearbeitung von Eingaben, die Angelegenheiten von Bundesbehörden betrafen
4. Belange von Menschen mit Behinderung
4.1 Landesbehindertenbeirat
4.2 Arbeitsgemeinschaft
4.3 Öffentlicher Personennahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern
4.4 Eine Frage zur Schulgesetzgebung des Landes Mecklenburg-Vorpommern
4.5 Der Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen in Mecklenburg-Vorpommern
4.6 Frühförderung und Autismus
4.7 Zwei Beispiele von Einzelpetitionen mit grundlegender behindertenspezifischer Thematik
5. Belange der Ausländer und Aussiedler
5.1 Schwerpunkte aus Petitionen
5.2 Zur Rückführung von Bürgerkriegsflüchtlingen nach Bosnien-Herzegowina
5.3 Vernetzung der Arbeit für Ausländer und Aussiedler
5.4 Aussiedler
5.5 Der Umgang mit einem schwierigen Wort